Forschungsvereinigung der Arzneimittel-Hersteller e.V.

 

 
 
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Sehr erfolgreicher und gut besuchter FAH-Workshop „Ganzheitliches Produktionssystem in der Arzneimittelbranche" am 25. April 2018 in Berlin


Am 25. April 2018 fand am Institut für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb (IWF) der Technischen Universität Berlin (TU Berlin) der FAH-Workshop „Ganzheitliches Produktionssystem in der Arzneimittelbranche - Anwenderworkshop zum im Projekt „LeanProductionPharma" entwickelten Ganzheitlichen Produktionssystem" unter der Moderation von Professor Dr.-Ing. Holger Kohl / TU Berlin und Dr. Birgit Grohs / FAH statt. Mit 26 Teilnehmern war der Workshop ausgebucht. Dies zeigt, dass das Konzept des Lean Managements als einem branchenübergreifenden Ansatz zur kontinuierlichen Verbesserung der Produktion bezüglich Kosten, Durchlaufzeiten, Flexibilität sowie Produkt- und Prozessqualität auch in der Pharmaindustrie an Akzeptanz gewonnen hat.

In seinem Beitrag „Ganzheitliche Produktionssysteme für mittelständische Pharmaunternehmen" ging Felix Sieckmann, M.Sc. / TU Berlin auf das Projekt „LeanProductionPharma" ein, das von dem Fachgebiet Montagetechnik und Fabrikbetrieb der TU Berlin als Forschungseinrichtung und der FAH als Forschungsvereinigung gemeinsam in 2016 - 2017 durchgeführt wurde. Hintergrund für das Projekt ist der wachsende Bedarf der Pharmaindustrie nach Kostensenkung und Flexibilität bei hoher Produkt- und Prozessqualität, bedingt durch Wettbewerbsdruck, Marktkonsolidierung und den Kostendruck der Gesundheitssysteme. In dieser Situation kommen häufig Lean-Ansätze zum Einsatz. Werden diese nur in einzelnen Projekten oder Abteilungen als „Insellösungen“ eingesetzt, bleibt der Erfolg zumeist aus. Sinnvoll ist der Einsatz eines Ganzheitlichen Produktionssystems (GPS), das mehrere bis alle Abteilungen eines Unternehmens berücksichtigt. Um insbesondere kleinen und mittelgroßen Unternehmen der pharmazeutischen Industrie eine Hilfestellung bei der Konfigurierung eines firmenspezifischen GPS und dessen Implementierung zu geben wird in dem Projekt „LeanProductionPharma“ ein GPS-Referenzmodell erstellt, das grundsätzlich passende Lean-Prinzipien, -Methoden und -Werkzeuge enthält. Aus diesem Referenzmodell werden auf Basis der Ziele und Probleme eines Unternehmens und unter Berücksichtigung dessen besonderer Rahmenbedingungen mit Hilfe eines elektronischen Assistenzsystems die für dieses Unternehmen passenden Lean-Prinzipien, -Methoden und -Werkzeuge ausgewählt; es wird ein unternehmensspezifisches GPS konfiguriert. Im Anschluss ist die Implementierung des GPS im Unternehmen zu planen. Zu berücksichtigen sind hierbei der Umfang der GPS-Einführung, die betroffenen Firmeneinheiten sowie Ist- und Zielzustand, weiterhin ist ein Pilotprojekt zu wählen.

In dem anschließenden, aus den Teilen „Konfiguration eines GPS" und „Planung der Implementierung eines GPS" bestehenden Workshop hatten die Veranstaltungsteilnehmer Gelegenheit, unter der Leitung von Felix Sieckmann und René Helm, M.Sc. / TU Berlin das im Projekt „LeanProductionPharma“ entwickelte elektronische Assistenzsystem unter Nutzung der Daten aus ihren eigenen Unternehmen zu erproben; die hierfür angebotene Hilfestellung wurde von den Teilnehmern gerne angenommen.

Abschließend ging Professor Dr.-Ing. Heinrich Schleich / Competence Centrum mittelständische Industrie GmbH auf die Erfahrungen ein, die sein Unternehmen mit der Implementierung von GPS in mittelständischen Unternehmen verschiedener Industriebereiche gesammelt hat. Er betonte, dass die GPS-Einführung in einem Unternehmen von der Geschäftsführung gewollt und getrieben sein muss. In Abhängigkeit von Zahl der betroffenen Unternehmensbereiche und der Zahl der anzuwendenden Lean-Methoden kann die Implementierung mehrere Jahre dauern. In jedem Fall muss die GPS-Implementierung in einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP) übergehen, anderenfalls ist mit einem Rückfall in die alten Gewohnheiten zu rechnen.

Von den Teilnehmern wurde der Workshop sehr begrüßt. Vor diesem Hintergrund berichtete Professor Dr.-Ing. Holger Kohl, dass ein neues Projekt zum Thema „Digitalisierung" in Vorbereitung sei.

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